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Frankfurter Buchmesse 2018 – Unvergessliche Erinnerungen und neue Sichtweisen

Hallo meine Lieben!

Asche auf mein Haupt. Ich habe es komplett versäumt euch Bescheid zu geben, dass ich zur Frankfurter Buchmesse gehe, doch zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich dies auch erst ein paar Tage vorher erfahren habe und mir durch meine Arbeit leider keine Zeit blieb euch zu schreiben. Nun habe ich mir aber die Zeit genommen um euch umfassend von der Buchmesse zu erzählen 🙂

Meine beste Freundin überraschte mich am Sonntag vor der Buchmesse mit einer kurzen aber wundervollen Information. „Ich habe vier Worte die dich glücklich machen können.“, meinte sie zu mir. Ich war verwirrt und wollte eigentlich gerade mein Bullet Journal für die nächste Woche planen, als sie schmunzelte und die magischen 4 Worte aussprach: „Wir fahren zur Buchmesse!“ Ich gebe zu, ich habe erst gedacht, dass sie mich auf den Arm nimmt, aber nein, innerhalb von 10 Minuten hatte sie mir mein Ticket ausgedruckt und mir die Reservierungen für Hotel und Zug gezeigt. Wie fasse ich meine Reaktion am besten zusammen? Ich habe erst aufgeschrien und dann einfach nur noch geheult. Ich wollte so gerne nach Frankfurt fahren, aber durch andere Events die in unserem Freundeskreis anstehen sollten wurde dieser Traum wieder weggeschoben. Schlimm war es einfach, da das geplante Event zwar statt finden sollte aber wir nicht eingeladen waren. Ich konnte nicht auf die Buchmesse und würde dann auch noch einfach nur zu Hause sitzen. Aber zum Glück ist auf meine beste Freundin verlass und ihr könnt mir glauben, an dem Sonntag war ich einfach nur glücklich.

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Am Freitag kurz nach 19 Uhr sollte es also los gehen. Ich hatte Gott sei Dank schon ab Freitag Urlaub und war deshalb mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt als mich plötzlich meine Schwester anrief und mir sagte, dass auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt ein Zug ausgebrannt ist. Ich konnte es einfach nicht glauben – ausgerechnet an diesem Wochenende und ausgerechnet auf dieser Strecke? Da alles nichts half sind meine beste Freundin und ich früher los. Am Bahnhof in Duisburg wurde dann unsere Zugbindung aufgehoben und unsere Sitzplätze umgebucht. Doch als wir am Gleis standen erfuhren wir, dass dieser Zug auch nicht fuhr. Also alles noch einmal von vorne und wir hatten Glück, denn es gab noch zwei Plätze und dieser Zug fuhr auch. Die Fahrt sollte eigentlich nur 1 ½ Stunden dauern. Insgesamt waren wir dann aber doppelt so lange unterwegs. Glücklicherweise lief in Frankfurt alles um einiges besser. Wir fanden den Busbahnhof für den Shuttlebus schnell und der Bus selbst war pünktlich weshalb wir fast wie geplant im Hotel ankamen. Dort gab man uns erst Schlüssel für ein Zimmer welches bereits bezogen war, aber als wir endlich in unserem Zimmer waren konnte ich den Stress von der Fahrt ablegen und freute mich auf den nächsten Tag.

Am Samstag klingelte der Wecker um 6 Uhr und ich hatte seit langem Probleme aufzustehen. Normalerweise stehe ich wenn ich Arbeiten muss um kurz vor 5 auf, doch scheinbar steckte mir meine anfängliche Erkältung schon tiefer in den Knochen als ich dachte. Ja, ihr werdet es nicht glauben, aber ab Donnerstag kündigte sich plötzlich eine Erkältung an.

Gegen 6:45 Uhr saßen wir dann unten und aßen ein absolut wundervolles Frühstück. Es gab alles was das Herz begehrte und vor allem das Rührei hatte es uns angetan.

Um 8:15 Uhr fuhr dann ein Shuttle vom Bus zur Messe. Was für ein Service. Ich war total begeistert und war total verliebt in das Hotel. Für 6 Euro pro Person wurde man direkt vor dem Hotel eingesammelt und direkt am Haupteingang abgeladen. Dadurch hatten wir auch die Chance einiges von der Stadt zu sehen und ich muss sagen, dass mir Frankfurt gut gefällt. Die Gebäude erinnern fast alle an alte Fachwerkhäuser und mitten drin erheben sich riesige Wolkenkratzer. Ich hatte bereits das Glück die Hauptstadt Südkoreas, Seoul, zu besuchen und finde, dass Frankfurt dieser sehr ähnelt. Man hält an alten Dingen fest zeigt aber dennoch den Fortschritt. Wirklich toll.

Da standen wir nun am Haupteingang der Messe und ich war so aufgeregt, dass ich anfing Blödsinn zu reden. Aber dafür konnte ich nichts. Ich wusste, dass ich an diesem Wochenende umgeben sein würde von tollen Büchern und noch besseren Autoren. Fest in meinem Plan stand Laura Kneidl zu treffen und dies sorgte für zusätzliche Nervosität. Mehr als Pünktlich wurden die Eingänge um 10 vor 9 freigegeben und ich muss sagen es lief absolut gesittet ab. Beim Einlass kein Gedränge und Geschubse. In diesem Moment wusste ich noch nicht, dass ich dafür bei der Messer selbst so oft angestoßen werden würde, dass ich Angst hatte blaue Flecken davon zu tragen. ^-^“

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Gezielt liefen wir auf Halle drei zu, da wir wussten, dass hier alle Signierstunden stattfinden würden zu denen wir uns anstellen wollten. Und dafür musste natürlich erst einmal geschaut werden wo sich welcher Stand genau befand. Vorbereitung ist bei mir eigentlich immer alles, aber leider hatte ich dafür im Vorfeld einfach zu wenig Zeit, also mussten wir alles auskundschaften. Und ich bin ehrlich, dass fand ich auch eigentlich viel schöner. Wir steuerten also die erste Tür an und fielen sofort einem Stand in die Arme der uns bis heute nicht losgelassen hat. Es war der Stand von Ina Linger & Cina Bard. Wieso uns dieser Stand so beeindruckt hat? Weil er einfach mit Liebe dekoriert war und wir deutlich spüren konnten wie viel Herzblut in den Büchern steckt. Beide waren aufgeschlossen und so herzlich, dass wir den Rest des Tages immer wieder über sei gesprochen haben.

Da ich aber wie auf heißen Kohlen war zog es mich weiter durch Halle 3 und ich freute mich Verlage wie Drachenmondverlag, Bastei Lübbe, Lyx oder auch Piper zu sehen. Den Piper-Stand haben wir natürlich aufgesucht um schon einmal zu schauen wie die Gegebenheiten für die spätere Signierstunde mit Laura Kneidl sind. Dort angekommen konnte ich auch schon einen Blick auf die Erhaschen und war deshalb natürlich noch nervöser als vorher. Wir liefen die kompletten restlichen Stände auf der Ebene ab und spürten dann, dass wir nach draußen mussten. Es wurde immer voller und die Luft immer schlechter. Draußen erstellten wir dann einen kleinen Plan wann wir uns bei Piper anstellen sollten. Wir genossen also die Luft und blätterten durch Leseproben von Ina Linger & Cina Bard und durch den neuen Katalog vom Drachenmondverlag als ich plötzlich in Halle 3 schaute und auf den Piper-Stand deutete. Dort hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet und es war noch weit vor 12 Uhr. Um 13 Uhr sollte die Signierstunde starten und ich hatte mich zeitlich einfach verschätzt, also stürmte ich in diesem Moment regelrecht rein. Ich wusste, dass sich Laura Kneidl viel Zeit für die einzelnen Leute nehmen wollte und sah meine Chancen schon schwinden. Dazu kam noch, dass wir an einer so blöden Stelle standen, dass viele meinten man könnte sich einfach dazu stellen und da es weder Absperrung noch sonstiges gab hatte ich voll zu tun alle daraufhin zu weisen, dass die Schlange weiter hinten endet und man sich dort anstellen muss. Innerhalb kürzester Zeit war kein Ende mehr zu sehen aber dann wurde bekannt, dass Laura Kneidl bis 15 Uhr signieren würde. Doch es ging nur langsam voran und als sich die Schlange bewegte konnte ich es kaum mehr erwarten. Leider bestätigten sich meine Bedenken. Sie konnte sich für niemanden viel Zeit nehmen und alles wurde mehr und mehr zur Massenabfertigung. Ich weiß, dass sie nichts dafür kann und das der Verlag den Ansturm unterschätzt hat und dennoch wurde ich den bitteren Beigeschmack den Rest des Tages nicht mehr los. Es war trotzdem schön sie zu treffen auch wenn ich mir davon ein wenig mehr erhofft hatte.

Danach haben wir uns genauer auf dem Außengelände umgesehen und sind dann in Halle 4 gegangen. Uns interessierten vor allem die internationalen Verlage aus Korea. Meine beste Freundin studiert Koreanistik und war deshalb neugierig auf Bücher von dort. Halle 4 war auch nicht so stark besucht weshalb die Luft hier um einiges besser war und wir uns auch endlich einmal setzen konnten. Bevor wir an diesem Tag zurück ins Hotel fuhren gingen wir noch einmal in Halle 3 um uns mit Büchern von Ina Linger & Cina Bard einzudecken. Auch hier kamen wir noch einmal mit ihnen ins Gespräch und erhielten tolle signierte Werke.

Von da aus ging es dann zum Zug um in die Nähe unseres Hotels zu kommen, denn leider fuhr kein Shuttle zurück und wir wagten uns in das Bahnsystem von Frankfurt. Hier muss ich sagen, dass ich es toll fand das am Bahnhof jemand abgestellt war um jeden beim Kauf der Tickets zu helfen. Eine wirklich tolle Idee von der sich so manche Städte eine Scheibe abschneiden könnten. Dazu muss ich allerdings sagen, das andere große Veranstaltungen das Zugticket für den Nahverkehr mit auf dem Ticket der Veranstaltung haben. Von der Haltestelle aus sind wir dann einen kurzen Weg zu unserem Hotel gelaufen. Jedenfalls war er kürzer als die Strecke die man laufen musste wenn man der Autoroute gefolgt wäre. Allerdings liefen wir durch einen Wald bei dem es in meinen Augen gar keinen Weg gab.

Am Abend wollten wir essen gehen und riefen uns ein Taxi. Nichts hätte mich noch einmal in diesen Wald bekommen. Wenn man als Liebhaber von Korea in Frankfurt ist, dann muss man auch das koreanische Essen dort probieren. Also gingen wir ins Hankook. Laut Online-Rezensionen ist es das Lokal wo man hingehen muss wenn man koreanische Küche wirklich genießen will. Meine Empfehlung an euch? Meidet diesen Laden. Ich war 3 Wochen in Korea und habe hierzulande bereits einige koreanische Restaurants besucht und noch nie einen unhöflichen Koreaner getroffen. Dort gab es gleich eine ganze Belegschaft voll. Es wurde nicht gefragt ob wir uns mit der Küche auskennen, ob wir schon einmal dort waren oder ob wir Hilfe bei etwas brauchen. Das Essen wurde uns auf den Tisch geknallt. Der Grill war so heiß, dass das Fett durch die Gegend spritzte und das Fleisch war weit entfernt davon wie im Herkunftsland zu schmecken. Wir ließen von den überteuerten Gerichten über die Hälfte stehen und verließen das Restaurant mit dem Gedanken nie wieder zurück zu kommen und jeden davon abzuraten jemals einen Fuß hinein zu setzen. Wir fuhren also zurück zum Hotel, packten für unsere Abreise am nächsten Tag und gingen mit knurrenden Magen schlafen.

Am nächsten Tag ging es nach einem super leckeren Frühstück mit einem Taxi zur Messe und nachdem wir unser Gepäck angegeben hatten sind wir los in Halle 3. Am Sonntag sollte Lin Rina beim Drachenmondverlag ihre Signierstunde um 13 Uhr haben. Ich bin mit dem Gedanken hingegangen, dass es am Sonntag sicherlich ruhiger ist….. Ein großer Fehler. Die Leute sind komplett durchgedreht und haben mir zeitweise fast die Bücher aus der Hand gerissen um diese dann zu kaufen. So einen Kaufrausch bei Büchern hatte ich noch nie live miterlebt. Da wir allerdings mit dem Zug da waren und ja um das Chaos wussten haben wir uns entschieden uns aufzuschreiben welche Bücher uns interessieren um diese dann bei Thalia zu kaufen bzw. zu bestellen. Also suchten wir nur Bücher die wir nur dort kaufen konnten bzw. noch nirgendwo gesehen hatten. Am Ende nahmen wir zwei Bücher mit die eher in die Touristik fielen. Einmal ‚Gebrauchsanweisung für Korea‘ von Martin Hyun und ‚Der kleine Schottlandverführer‘.

Danach machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Cosplay Village und konnten dort auch einige Figuren für meine beste Freundin erwerben. Als wir da raus waren steuerten wir die Signierstunde von Lin Rina an und stellten uns früh genug dafür an. Pünktlich um 13 Uhr ging es los und wir waren kaum 10 Minuten später durch. Meine beste Freundin hatte wirklich Glück. Lin Rina nahm sich Zeit für sie und hat Anregungen angenommen und Fragen beantwortet. Ich selbst stand nur dabei um meiner besten Freundin alles abzunehmen und Fotos zu machen, aber auf mich hat Lin Rina sehr sympathisch gewirkt und nachdem ich das strahlende Gesicht gesehen habe wusste ich das meine beste Freundin sehr glücklich war.

Vorbeigekommen sind wir auch am Stand des Sternensandverlages. Ähnlich wie der Drachenmondverlag haben diese wundervolle Cover, doch etwas hat mich gestört. Eine Autorin saß dort und hat ihre Werke signiert. Die anderen Autoren haben mitten auf der Verkaufsfläche gestanden und im stehen ihre Werke signiert. Für mich wirkte es so, dass nur die sitzen durfte die auch viel Geld eingebracht hat während den anderen deutlich gemacht wurde, dass sie unter dieser Autorin stehen. Auf mich hat es einfach keinen guten Eindruck gemacht, da bei allen anderen Verlagen kein Unterschied gemacht wurde. Jeder Autor hat es verdient geehrt zu werden. Ein Buch schreibt man nicht mal eben so sondern es steckt viel Arbeit, Herzblut und Tränen darin. Deshalb sollte hier auch der Sternensandverlag anfangen umzudenken.

Am Sonntag sind wir dann etwas früher aufgebrochen da wir wussten, dass unser Zug nicht fahren würde und wir uns zeitnah um eine Alternative kümmern wollten. Doch leider waren die Mitarbeiter am Bahnhof in Frankfurt nicht sehr hilfsbereit und ließen uns regelrecht im Regen stehen. Doch auch hier hatten wir etwas Glück. Ein Zug fuhr ein und es war kaum ein Sitz reserviert und der Zug war voll mit Leuten denen es so ging wie uns. Also freuten wir uns auf eine entspannte Fahrt nach Hause. Jedoch wurde kurz vor Köln durchgesagt, dass wir nun doch nicht weiterfahren würden, also strandeten wir in Köln. Für uns kein Problem, da wir damit ja wenigstens schon in heimischen Gewässern waren und wussten wie wir heim kommen würden, dennoch war es anstrengend und zerrte zwischendurch sehr an den Nerven.

Alles im allem will ich aber sagen, dass ich diese Buchmesse mehr als genossen habe. Ich hatte viel Spaß, habe interessante Menschen getroffen und neue Ansichten auf gewisse Dinge bekommen. Ich bin dankbar für jeden Menschen den ich kennen lernen durfte und danke vor allem meiner besten Freundin für diese unglaublich tolle Überraschung. Dieser Ausflug hat mir neuen Antrieb gegeben es weiter zu versuchen, denn der weg führt nicht immer über den großen Verlag sondern kann auch aus eigener Kraft beschritten werden.

Eure Jenny

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